Donnerstag, 15. März 2012

Frühlingsröllchen

Da sagt doch heute eine sehr aufmerksame Kollegin, ich könne ja mal wieder etwas schreiben. Und, was soll ich Ihnen sagen, den Titel hat sie auch gleich vorgegeben. Daher bitte, Service ist alles! Wie ist sie auf die Idee gekommen?? Nun, ich habe erneut das alte "42" Ziel reanimiert und tippe jetzt seit Karneval ganz brav den ganzen kalorischen Input in mein smartes Handy, auf dass mir dieses die Grenzen aufzeige. App - etithemmer quasi. Funktioniert.



Verabredet hatte sich die Kollegen, heute mal Kuchen mitzubringen. Man kann das ziemlich gemein finden, muss man aber nicht, immerhin hat sich die Mehrheit an den süßen Köstlichkeiten erfreut. Und ich - ich habe am meisten davon gehabt, denn es hat mich hierher zurück geführt, dafür danke ich. Dann führe ich gleichzeitig den Titel ad absurdum und erreiche das alte Ziel dann vielleicht in diesem Sommer. Denn alles, was ich vom Kuchen genommen habe, war das Foto. Brav, oder??? Ach ja, Wahlkampf ist auch.

Sonntag, 18. September 2011

Effzenz

Samstag nachmittag - Sie ahnen es - Fußball gucken mit Freunden. Ehe Sie jetzt Ihr Gähnen hinter der vorgehaltenen Hand verbergen wollen, warten Sie mal eben ab, bitte schön.

Dieses Mal ging es aufs Land - in den Kurvorort Sankt O. Geladen hatte Frau P., die uns einen Aprikosenschmandkuchen nach dem mütterlichen Rezept versprach. Sie finden die Kombination von Kuchen und Fußball schräg? Falsch, das ist ganz wunderbar! Erneut kumulierte die rot-weiße Fanbande und der Anhang rund auf und um ein rotes Sofa - ich muss noch darüber nachdenken, ob das schicksalhaft sein könnte, also das rote Sofa. Nachdem der berühmteste deutsche Sofasitzer sich jetzt im Himmel mopst, braucht es Nachfolger. Wozu wurden denn große Sofas erfunden? Richtig, damit sich viele Freunde zusammenhocken können, um gemeinsame Zeit zu verbringen.



Was macht beim Fußballgucken Spaß? Richtig, wenn der eigene Verein überzeugend auftritt und der Prinz eine gute Figur macht. Gleichzeitig erweist sich rosa Sekt als das passendere Fangetränk, mehrfach getestet, jedes Mal für gut befunden, mit und ohne Sprizz. Da hat auch die Prinzessin Spaß.

Und ja, geteilte Freude ist wahrhaftig doppelte Freude. Vier Stunden mit der ganzen Bande und das Leben hat - zumindest stellenweise eine andere Farbe - leicht rosa. Singen, singen, singen, jubeln, jubeln, jubeln und in der Nachspielzeit noch mal jubeln, mehr geht nicht. Richtig, alle liegen sich in den Armen, alle träumen vom Europapokal, alle haben sich lieb. Das nenn' ich effzent.

Sonntag, 28. August 2011

Schalkemandeln

Manche Nachmittage sind so perfekt, dass sie einen eigenen Text verdienen. So einer war am Samstag. Es gab eine Verabredung zum Fußball gucken, ein Kuchen wurde gebacken, Sekt kalt gestellt, überschüssige Klamotten in die legendären blauen Tragetaschen gepackt, zum Verschenken und los. Handtaschen und Schuhe auch.

Ein großes rotes Sofa, ein Tisch voller Figurkiller und Menschen, teilweise mit Fußballtrikots - kurz, allerbeste Laune und knisternde Spannung. Die Fans des Tabellenletzten haben es wahrhaftig nicht so ganz leicht. Kinder und Hunde schon. Meistens.



Neuer Trainer, neues Konzept, neue Kritik, altes Leiden, nicht schön. Das letzte Spiel in Hamburg wurde ja in meiner Gegenwart in den Sand gesetzt, aber so was von, dass wir beschlossen hatten, in Köln zu bleiben und nicht erneut eine lange Busfahrt überleben zu müssen. Rosa Sekt schmeckt im übrigen auch zu hause. Besser noch, weil kälter und nicht aus dem Plastikbecher.

Der Kuchen war der Hit, auch mit zu wenig Sahne, einfach ganz große Klasse, die amandes brûlées entstanden wegen Nichtbeachtung des Backwerks während...aber das ist eine andere Geschichte. Draußen schüttete es schauernd.

Und dann das Spiel, ein Elfer, der keiner war, da fingen die Köpfe an, zu hängen - oooooh Rückstand, nicht gut. Doch, Ausgleich, überraschend, ging. Ich mach es kurz, es blieb spannend, sehr spannend. Der Trainer brach sich die Hand. Es fielen sieben Tore. Kuchen, Sekt, Chips und Nüsse? Viel Gelächter, die Modenschau aus Zeitmangel auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Sie finden das unsportlich? Nein, dass war klasse, allererste Liga. Danke allen, die dabei waren.

Freitag, 26. August 2011

Pfützenhüpfen



Zu Fuß nach hause gehen aus dem Büro - das fiel heute ins Wasser. Ach was, das fiel nicht, das wurde ersäuft. Schüttregen, schwarze Wolken, Temperatursturz um zweistellige Gradzahlen, just zum Feierabend. Wann sonst?

Der nette Kollege gibt den Taximann, geduldig den Umweg in Kauf nehmend. Und dann - damit er seinen Termin nicht verpasst, springe ich an der Ecke aus dem Auto "DANKE UND SCHÖNES WOCHENENDE", famous last words. Mein rechter Fuß landet in einem reißenden Bach in der Gosse, macht nix, FlipFlops können das.

Rote Ampel, also quer, und? Pfützen, Pfützen, Pfützen!!!! Also? Ich bin die letzten Meter nach Hause gehüpft, Ziel war - na, woran erinnert Sie das - nicht ins Wasser zu treten, sondern auf das Trockene.

Was soll ich Ihnen sagen? Weg, der Stress, weg das Büro, weg die schlechte Laune wegen des Regens, weg gehüpft quasi. Die Frau war nass, die Haare kringelten sich fröhlich vor lauter Feuchtigkeit und ein breites, zufriedenes Grinsen guckte mir aus dem Spiegel im Aufzug entgegen, nass und albern ist keine schlechte Kombination, glauben Sie mir. Besser und intensiver als Botox.

Donnerstag, 25. August 2011

Beziehungskrise

Kurios ist, wenn Sie der Servicemitarbeiter des Gelben Riesen fragt, in welcher Beziehung Sie zu einer abgängigen Lieferung stehen, oder? Immer wieder ein besonderes Vergnügen, wenn man ein Päckchen in einer Postfiliale abholen will, welches dort seit zwei Tagen nichts anderes tut, als eben darauf zu warten. Also, genau genommen auf mich. Ein schwüler Tag und Schüttregen, dass sind echte Adventure Accessoires, passend zu der eigentlichen Unternehmung.

Leere Postfiliale mit drei freien Mitarbeitern, das hätte mich schon stutzig machen sollen, der übliche Posthumorist ist auch dabei. Die nette Dame ist bemüht, fragt nach, lässt sich meinen Namen buchstabieren, ich zücke prophylaktisch meinen fingerabdrucksicheren Personalausweis. Vorbereitet sein ist alles.



Kein Päckchen. Dafür zückt sie ein Blöckchen, von dem sie ein Kärtchen abzieht mit der "kostenlosen Servicenummer". Ich möge da anrufen, weil auch der Nachfrageanruf in der Nachbarfiliale ergebnislos bleibt. Ich stelle pauschal die Schreibfähigkeit des Zustellers in Frage, das inzwischen eingetrudelte Publikum, bestätigt "Klingeln können sie auch oft nicht" Meine Frage an die Dame am Schalter, ob sie schon mal bei der Hotline angerufen habe, wird verneint. Tja, sie hätte jetzt von meinem reichen Erfahrungsschatz profitieren könne. Selber schuld.

Zuhause, nach einer kleineren Yogaeinheit, nutze ich die Nummer und lerne, dass es eine Rückruffunktion gibt, für "sofort" oder "später". Und das ist ein sofortiges Sofort, keine Minute später. Der freundliche Mensch begrüßt mich überschgwenglich, stellt dann fest, dass er nicht zuständig ist, bittet mich nicht aufzulegen und verbindet mich mit den Jungs von den Paketen. Puuuuuuuuuuuuh.

Tja, abgekürzt, sind sie alle nett und geschult, aber sie wissen gar nichts über mein Päckchen, mithin versprechen sie sich zu kümmern, wenn die Beziehung zwischen mir und dem Päckchen endlich geklärt sei. Forsetzung folgt. Hoffentlich.

Freitag, 12. August 2011

Kindergeburtstag

Tja, life sucks. Wenn Dein Kind nullt und rundet und das zum dritten Mal, bist du alt. Fakt. Gerade hast du noch Windeln gewechselt, jetzt stößt du beim Italiener an. Ja, schüttel' den Kopf, et iss wie et eben iss. Wann fängt das Erwachsensein an? Wann ist man alt? Wenn dein Kind erwachsen wird. Ist es eine reine Faltenfrage? Oder doch der Reifegrad? Die Flexibilität? Keine Ahnung.

Aber eben auch keine Antwort, zum Glück. Und es wird nicht sentimental. Selbst dann nicht, wenn die Begriffe "Benjamin Blümchen", "Märklin-Koffer" und "Karl May" fallen, gibt es kein Zucken im Augenwinkel. Die Historie ist längst auf dem Flohmarkt gelandet, auch irgendwie gut, selbst wenn es einen Moment lang piekt, weil du dich daran erinnerst, wie schwierig damals die Beschaffung war. Dem Kind den Wunsch erfüllen, war keine leichte Aufgabe.



Verabredet war eine Salamipizza, das traditionelle Geburtstagsessen der frühen Jahre, oder auch, das Lieblingsding über viele Jahre. Ja, und dann gab es keine Pizza, dafür handgemachtes Essen, was man - und hier kommt der Unterschied - jetzt zu schätzen weiß. Also ist die gute Nachricht, dass Ravioli nicht nur aus der Dose gehen. Erwachsen? Ein Anruf bringt *huch* noch mal ein ganzes Paket Erinnerung auf den Tisch, kann mit Luft anhalten und wilder Gestik jedoch heftig grinsend kompensiert werden. Das Tiramisu geht aufs Haus - ist doch Geburtstag. Entspannt ist es, das Gespräch, locker, gemütlich, freiwillig, familiär.

Auch tröstlich, weil es ein Symbol dafür ist, dass es immer weiter geht, immer. Dass alles, was weh tut, zurückbleiben kann und dass man seinen Rucksack stets neu packen kann, auch wenn man gerade die Packanleitung verloren hat. Kopf hoch, Kleiner und alles Gute zum Geburtstag, alles Gute von Herzen. Deine Mama, die mit dir schon eine Menge Gepäck geschultert hat, immer wieder. Und immer weiter.

Freitag, 5. August 2011

Schattenfamilie

Du kannst gar nicht so weit rennen, dass dich die Vergangenheit nicht wieder einholt. Patsch. So geschehen diese Woche und schuld ist dieser Blog. Schuld ist relativ, muss ich gleich dazu sagen, zum Verständnis. Teile meiner Familie habe ich verdrängt, manche bewusst, manche weil es nicht anders ging. Reine Überlebensnotwendigkeit, das sag' ich Ihnen. Wirklich.

Am Ton erkannt, so schrieb sie mir im Februar, habe sie mich und ob ich nicht diejenige sei, für die sie mich hielte. Ich bekenne jetzt, dass ich die Mail tatsächlich nicht gelesen habe, denn beantwortet habe ich sie vor ein paar Tagen. Nun gibt es einen Mailaustausch. Der mich fasziniert. Sehr.



Denn - erstaunlich, erstaunlich - sie berichtet, was sie erlebt hat mit den Teilen der Familie, die ich ignoriere und siehe da, Geschichte wiederholt sich doch. Sätze, Haltungen, Handlungen - nichts dazu gelernt. Gar nichts. Im Gegenteil, man wähnt sich immer noch im Recht als soziale Geisterfahrer. Die Ursachen liegen übrigens immer beim Gegenüber, niemand will eine Mauer bauen. Nein.

Der schöne Aspekt ist - und Sie kennen mich, es gibt einen - auch in der nächsten Generation gibt es eine Rebellin, eine, die sich lossagt, die ihr Leben lebt und ihr Glück, ihr ganz eigenes gefunden hat. Und eine neue Familie, die ihr gut tut. Wahlverwandtschaften sind eben auch keine neue Erfindung und Blut ist keinesfalls dicker als Wasser. Ebenso wenig ist "blaues Blut" ein Indiz für edle Abstammung, profan, profan ist es manchmal einfach ein Promilleindikator. Sie sehen mich grinsen? Oh ja......