Donnerstag, 2. Juli 2009

(Ver-) Satzstücke

"Es gibt nur eine Kette, die uns gefesselt hält, nämlich die Liebe zum Leben. Wir dürfen sie nicht von uns weisen, aber wir müssen ihren Druck mindern, damit uns unter dem Druck der Umstände nichts zurückhalte und hindere bereit zu sein, unverzüglich das zu tun, was einmal doch geschehen muss."
Seneca, Epistulae morales

Mittwoch, 1. Juli 2009

Heiraten in fünf Tagen, Teil 2

Hennaabend - war früher mal der traurige Abschied der Braut aus ihrem Elternhaus, es gibt sogar ein spezielles Lied, bei dem vor allem die Braut, heftig und intensiv weinen sollte:

Yüksek yüksek tepelere ev kurmasinlar
Asri asri memlekete kiz vermesinler
Annesinin bir tanesini hor görmesinler

Uçanda kuslara malum olsun
Ben annemi özlerim
Hem annemi hem babami
Ben köyümü özlerim

Babamin bir ati olsa binse de gelse
Annemin yelkeni olsa açsa da gelse
Kardeslerim yollarimi bilse de gelse

Uçanda kuslara malum olsun
Ben annemi özlerim
Hem annemi hem babami
Ben köyümü özlerim

Zumindest in der traditionellen Überlieferung und in der Theorie. Praktisch lief es ganz anders.



Im Garten bildeten sich zwei Gruppen: eine große mit den weiblichen Menschen, eine kleine mit den männlichen - das soll wohl heute oft so sein, erfuhr ich. Der grüne, warme Hennabrei wurde dekoriert wie eine Hochzeitstorte und singend durch den Garten getragen. Dem Vernehmen nach waren die Damen nicht sehr achtsam mit dem flüssigen Wachs der Kerzen. Braut und Bräutigam wurden mit eigens von der Oma bestickten Tüchern dekoriert, die Hände mit Henna verziert und in dann in glitzernd bestickte Seidenfäustlinge verpackt. Danach kamen die Gäste dran, also, wer halt wollte.

Es gab zu essen und zu trinken, es wurde getanzt und gesungen und es war sehr fröhlich, alles in allem. Keine weinende Braut - eigentlich weinte niemand ausser einem übermüdeten Kleinkind. Zwei Tage nach dem Standesamt gab es dazu wohl auch keinen Grund mehr.

Dienstag, 30. Juni 2009

Heiraten in fünf Tagen, Teil 1

Genau genommen, soll es ja eine Entscheidung fürs Leben sein, das Heiraten. Manchmal, manchmal weiss das Leben das allerdings nicht. Da muss dann ein zweiter Anlauf gemacht werden. Über einen möglichen dritten möchte ich hier ausdrücklich nicht spekulieren.

Die Witwe meines Bruders hat ihr neunjähriges Single-mit-Kind-Dasein jetzt beendet. Gründlich - ein Baby wird im Oktober erwartet. Nachdem der Bürokratie-Anteil, der in der Türkei und Deutschland zu einem echten Behörden-Marathon ausuferte mit beglaubigten Übersetzungen aller Art, Ehefähigkeitszeugnissen, Blutproben, etc, erfolgreich absolviert wurde, wollte keiner mehr warten. Ganz ohne Wedding-Planner und Gedöhns wurden die Feierlichkeiten ratz-fatz organisiert, die in Deutschland lebenden Verwandten hatten zwei Tage Zeit zum Anreisen, und alle kamen zahlreich und zügig.




Ich wußte nicht, dass man in einem Häuschen mit zwei Zimmern ca 10 Schlafgäste unterbringen kann - ich weiß jetzt: es geht! Und zwar zwei Wochen lang, lange Wochen. Begonnen wurde mit der standesamtlichen Hochzeit, die eine unspektakuläre Angelegenheit ist, alle sind lässig und gut gelaunt, die Zeremonie ist kurz, am schönsten ist der Beamte angezogen mit seinem glänzenden roten Talar. Danach geht es zum Atatürk-Denkmal - alle fotografieren, Kaffeetrinken, fertig, verheiratet. Und weiter geht es - in Teil zwei.

Freitag, 26. Juni 2009

(Ver-) Satzstücke

Beschlauen Sie Ihren Denkmuskel! ZEIT online

Donnerstag, 25. Juni 2009

...............na, schon zurück??

Ja und nein - die Indianer sagen, dass man langsam reisen soll, damit die Seele mitkommen kann. Da ist etwas dran. Nachdem ich jetzt Hals über Kopf zu Hochzeit in die Türkei fliegen mußte - Vorwarnzeit betrug 48 Stunden - habe ich ein bißchen drangehängt, um mich etwas in die Sonne zu legen, was man nur als Schatten verstehen darf, ich vertrage Sonne nicht so gut. Ausgerüstet mit mehreren dicken Büchern - alle gelesen und für weitere Leser als Einladung dort gelassen - und einer guten Sonnencreme, die braucht man auch im Schatten.



Diesmal hatte ich wenig Gepäck und doch war alles dabei, was nötig war, ist vielleicht doch weniger, als frau immer glaubt. Immer noch zu viele Schuhe! Ich lerne. Jetzt wühle ich mich durch alles, was hier aufgelaufen ist, zur Hochzeit später mehr, meine Seele ist noch nicht ganz wieder hier.

Mittwoch, 24. Juni 2009

(Ver-) Satzstücke

Urlaub ist nicht ganz ungefährlich. Vielleicht kommt dabei heraus, daß man gar nicht mehr gebraucht wird.

Jacques Tati, 1907 - 1982, Autor, Schauspieler, Regisseur

Freitag, 12. Juni 2009

Juhuuuuuuuuuuuuuuuuuuu!!!!