Donnerstag, 24. Dezember 2009

Hätte, könnte, wollte - Bilanztage


So, noch eine Woche und dieses Jahr nähert sich seinem verdienten Ende. Wird auch Zeit.

Was soll ich Ihnen sagen, das war wahrhaftig kein sehr schönes Jahr. Sich trennen von Teilen der eigenen Haltung ist die schwierigste aller denkbaren Übungen und ich habe diese Übung noch nicht beendet.

Die Überprüfung der eigenen Strategie mit dem Ergebnis, dass sie teilweise fehlerhaft war, macht nicht glücklich. Das einzig Gute daran ist, dass der Mensch aus Fehlern lernen kann - gilt nicht für alle - und ich hoffe darauf, dass mir das, wie schon früher, gelingt.

Menschen habe ich getroffen, solche, die nicht gut für mich waren, auch das wie jedes Jahr - und weil ich klüger geworden bin, dauert es länger, hinter die Fassaden zu blicken. Sie finden das widersinnig? Nööö. Ist es nicht. Wetten, Sie kommen drauf??? Die anderen sind geblieben.

Handlungsalternativen für die Zukunft zu entwickeln, das ist die Aufgabe - und weiterhin dem Bauchgefühl vertrauen, nicht dem Kopf, das ist die Richtschnur. Und dann wird alles besser???? Vielleicht, wahrscheinlich, bestimmt. Neustarts brauchen tatsächlich kein Datum. Gut.

Küchenphilosophie zwischen Kartoffelsalat (schon in der Küche) und Würstchen (noch im Kühlschrank) - mehr braucht der Mensch an Heilig Abend nicht, oder?? Ihnen schöne Feiertage. Wir sehen uns.

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Frosttrotzgeranie!!! Grüße nach Kopenhagen

Gern in aller Munde: revolutionäre Zellen, meistens vermummt, häufig aggressiv. Viel fotografiert, heftig bekämpft, auch wenn sie nur gegen den Klimawandel demonstrieren.




Auf meinem Balkon blüht der Widerstand dagegen mutig rosa. Entegegen aller Nachtfrostwarnungen für diese Woche hat sich eine kleine Geranie getraut, frech in den Dezemberhimmel zu erblühen. Vielleicht wurde sie von dem leuchtenden Stern animiert, vielleicht hat Rudolph sie gerufen, ich weiß es nicht.

Aber, sie zeigt, dass es manchmal da blühen kann, wo man (oder frau) es am wenigsten erwartet. Das passt. Gut.

Vorweihnachtstagundnachtrennen

Ruhig sollte sie werden, die Vorweihnachtszeit in diesem Jahr, ruhig und nach Möglichkeit stressfrei. Ich wollte so gerne das Jahr gemütlich ausklingen lassen, lesen, stricken, Glühweintrinken, in die Kerzen hinein philosophieren und einen Schlussstrich (meine Güte, soviel s!!) unter das Jahr ziehen - dick und fett und unübersehbar. Wollte ich. Eigentlich.

Ja - und denkste. Die Termine füllen erneut den Kalender, Menschen wollen auch Glühwein trinken, Charityevents fordern Anwesenheit, Besucher von fremden Inseln waren herzlich eingeladen, ja und das ein oder andere Projekt für das nächste Jahr wollte auch eine Prise Aufmerksamkeit, so kurz vor Schluß.



Der Plan war: keine Geschenke, kein Konsumzwang. Tut richtig weh, wo ich doch so gern Geschenke mache, Ausnahmen gab's auch - ich habe ein Mädchenpaket in die Türkei geschickt, zum Preis eines halben Flugtickets, da bring' ich es beim nächsten Mal wieder selber hin.

Neben einigen Verabredungen zu den zahllosen Weihnachtsmärkten, die besonders schön sind, wenn man gar nichts kaufen will und dann bloß mit Gewürzdosen heimkommt, einem torlosen Fußballspiel, gab es dann noch Besuch aus Mallorca, intensive Gespräche, Rotwein, ein Nachtrennen (Galopper) in Wambel, Wasabinüsse auf dem größten Weihnachtsmarkt Deutschlands, Kirschkuchen in Hörde, die Nichtmitgliedschaft in einem Düsseldorfer Raucherclub und ein veganes Mittagessen.

Ganz schön bunt und ganz schön viel - und diese Woche ist genau so voll, alles nette Leute und ein letztes Fußballspiel für dieses Jahr - ehe mir die Luft ausgeht. Ich brauche einen Schlitten.........und mindestens einen Rudolph!!

Dienstag, 1. Dezember 2009

Advent, Advent - und bitte stets zuende denken !

Und, wie jedes Jahr, beinahe überraschend, ist es wieder einmal Advent geworden. Für mich beginnt diese Jahreszeit immer erst dann, wenn ich die erste Printe oder den ersten Dominostein mit einem Glühwein zuhause genießen kann.

Heute kam es unverhofft zu einem Stadtbummel, einem sehr, sehr kurzen. Auf der Suche nach ein bißchen Dekoration für den noch weitgehend ungeschmückten (!!!) Hausstand, bekam ich, olfaktorisch heftig inspiriert, Hunger und mußte schnell etwas essen.



Dabei habe ich in der vorweihnachtlichen Innenstadt folgende Beobachtung gemacht: die Menschen lächeln mehr und man kommt schnell ins Gespräch.

Ich habe heute eine Menge über die sinnvolle Gestaltung von Wohnmobilküchen gelernt. Nicht, dass ich das je brauchen würde....... entscheidend war meinem Gegenüber, dass Männer wohl nicht in der Lage seien, eine, überwiegend ja von Frauen genutzte Küche richtig zu designen, immer stimme etwas überhaupt nicht. Gleiches gälte für die ehedem in den Verkehr gebrachten "Frauenautos". Entzündet hatte sich das Gespräch übrigens an einem Kinderstuhl, der nicht zur Tischhöhe passte. Da waren die Männer aber sofort unter Generalverdacht, sage ich Ihnen. Nicht zuende gedacht.

Mit einem Lächeln ging ich wieder zurück in Richtung Auto. Das Knöllchen an der Windschutzscheibe wegen Überschreitens der Parkdauer - es war ein langes Gespräch - dagegen, war, völlig unadventlich, wie immer.....

Montag, 30. November 2009

Miniprinzessinnenzuwachs

Schon vier Wochen lang ist sie da, die kleine türkische Prinzessin, auf die wir den ganzen Sommer lang ja bereits ungeduldig gewartet haben:



So klein und schon alles dran, es ist doch immer wieder ein großes Wunder. Der glücklichen Mama, dem sehr glücklichen, stolzen Papa und der stolzen und nur ein ganz klitzekleines bißchen eifersüchtigen großen Schwester einen ganz liebevollen Glückwunsch zur vollendeten Familienerweiterung.

Kleine Esma, dir wünsche ich von Herzen alles Gute und Liebe und ein wirklich schönes Leben - Deine Patentante.

Sonntag, 29. November 2009

Die Suche nach dem Tempel oder ich muß umlernen

Im Untergrund passieren merkwürdige Dinge, habe ich gelernt. Gestern waren wir dabei, diesen Dingen auf die Spur zu kommen - unter dem Dom.

In die Tiefe zu gehen, ist ja meine Natur - in die Tiefe zu klettern, ist völlig gegen meine klaustrophobischen Anteile. Daher konnte ich nur mit zahlreicher Verstärkung mutig hinab steigen unter den Kölner Dom. Eine eher bescheidene kleine Pforte trennt die Treppe in die Unterwelt von den geweihten Hallen.

Kein Orpheus und kein Zerberus zu sehen. Gut so. Ein paar Stufen nur und dann steht man gleich knappe zwanzig Meter tiefer und knappe zwanzig Jahrhunderte früher. Wenn zeittechnisch rückwärts laufen immer so einfach wäre, würde sich manch eine Prinzessin nur noch auf Treppenstufen statt unter dem Skalpell wiederfinden. Das wäre praktisch, finde ich.



Obschon die Ehrfurcht wie eine flauschige Schäfchenwolke über den Köpfen schwebte angesichts der "alten Steine", sind die 2000 Jahre alten Zeitzeugen menschlichen Lebens eher unspektakulär, ja, wenn Sie gestatten, ziemlich banal sogar.

Handelt es sich doch mitnichten um die Reste eines römischen Tempels, wie ich noch zu Schulzeiten gelernt habe, sondern um schlichte und damals allgegenwärtige Hypokausten, auf Deutsch: die Reste einer Fußbodenheizung, die es in nahezu jedem römischen Haus gab und die mit heißer Luft und etwas praktischer Bauphysik die winterliche Wohnlichkeit für die bibbernden Südländer sicherstellte.

Daraus ergeben sich Fragen: alle Kölner waren vor 2000 Jahren Besatzer aus Italien, die sich mit den christlichen Germanenstämmen (Ubier), vor allem wegen der schönen Frauen, zusammen taten und fortpflanzten. Sie waren schon soweit, dass sie Häuser warm kriegen konnten, was in Italien heute nicht überall und immer gewährleistet ist.

Was reden wir also von Zivilisation, nachdem das Mittelalter noch tausend Jahre auf sich warten ließ in Deutschland??? Und, was sind eigentlich Ausländer? Wissenstransfer fand nicht statt - genau wie heutzutage. Nix gelernt aus der Vergangenheit. Mensch!!!!

Montag, 23. November 2009

(Ver-) Satzstücke


Die Natur war nur gerecht, als sie jedem von uns seinen Anteil an Verstand zuteilte. Es finden sich wenig Menschen, die mit dem ihnen zugemessenen Anteil unzufrieden sind.


von Michel Eyquem de Montaigne
(28.02.1533 - 13.09.1592)

Freitag, 20. November 2009

Die Sinnfrage



"Und, was machst Du?" - dieser Satz ist mir heute abend mehrfach begegnet. Es gab dann heute mal eine kurze Antwort: "Nichts!" Gelogen??? - Gelogen!!! Und - auch nicht.

Vor ein paar Jahren hätte ich so nicht antworten können. Zu wichtig wäre es mir gewesen, qua Jobbezeichnung wahrgenommen zu werden. Und, was hatte ich nicht alles für luxuriöse Titel: Redakteurin, Pressesprecherin, Geschäftsführerin, PR-Agentin, Projektleiterin, Dozentin, Personalberaterin, Niederlassungsleiterin, Key Account Manager und wahrscheinlich welche, die ich nicht einmal erinnere. So what!

Jetzt habe ich keinen Titel, keine Funktion mehr, keinen Job - aber: EIN ZIEL.
Alles wird gut. Ich habe Freunde, die an mich glauben, Menschen, die mir Glück wünschen, viele, wirklich sehr viele. Was brauche ich noch????

P.S. : Falls ich diesen Post vergesse und kleinmütig werde, bitte schicken Sie mir den Link, ja?