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Frühlingsröllchen

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Da sagt doch heute eine sehr aufmerksame Kollegin, ich könne ja mal wieder etwas schreiben. Und, was soll ich Ihnen sagen, den Titel hat sie auch gleich vorgegeben. Daher bitte, Service ist alles! Wie ist sie auf die Idee gekommen?? Nun, ich habe erneut das alte "42" Ziel reanimiert und tippe jetzt seit Karneval ganz brav den ganzen kalorischen Input in mein smartes Handy, auf dass mir dieses die Grenzen aufzeige. App - etithemmer quasi. Funktioniert. Verabredet hatte sich die Kollegen, heute mal Kuchen mitzubringen. Man kann das ziemlich gemein finden, muss man aber nicht, immerhin hat sich die Mehrheit an den süßen Köstlichkeiten erfreut. Und ich - ich habe am meisten davon gehabt, denn es hat mich hierher zurück geführt, dafür danke ich. Dann führe ich gleichzeitig den Titel ad absurdum und erreiche das alte Ziel dann vielleicht in diesem Sommer. Denn alles, was ich vom Kuchen genommen habe, war das Foto. Brav, oder??? Ach ja, Wahlkampf ist auch.

Duftträume

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Sommer. Sonne. Blauer Himmel. Fahrt in den Vorort. Was machen die da? Es ist warm, es ist sommerlich und ich geh' kochen. Ja, richtig gelesen. Kochkursus, italienisch in vier Gängen. Lauter nette Menschen ein Dutzend Fremde mit einem gemeinsamen Ziel: die kulinarische Seele Italiens zu entdecken. Auf dem Zettel: eine Vorspeise mit gefüllten Auberginenröllchen und Salat, eine Tomatensuppe, Puteninvoltini mit Polenta-Zucchini-Gratin und Salbeisauce und als süßen Abschluss Amarettini-Pudding mit Weissweinsabayone, lecker, Sommer. Ich will Sie jetzt gar nicht mit Küchentechnik langweilen, nein. Viel lieber möchte ich Ihnen mit ein bißchen Salbei unter der Nase herumwedeln. Können Sie sich vorstellen, wie köstlich sich die Aromen von Knoblauch, der gemeinsam mit einem Zweig Rosmarin sanft in Olivenöl angebraten wird und dem der süßen Zucchini-Scheiben, die danach etwas Farbe nehmen dürfen, verbinden? Als perfekte Ergänzung dazu kochende Tomaten, fein gewürzt der Suppenvollendung entgege...

Frühlingsgerüche

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Ja, es ist schon warm geworden, defintiv. Ich zögere noch, die ganz dicken Jacken wegzuräumen, aber wirklich nur ein bißchen. Tragen muß ich sie jetzt nicht mehr. Endlich, endlich. Heute beim Einkaufen ist es dann passiert: ich habe den Frühling gerochen, heftig, überraschend, ja beinahe überwältigend. Auf der Suche nach Gemüse - banal, zugegeben - streifte mich der Duft vom Königspfeffer wie ein Schlag. Kennen Sie das? Sie merken erst, dass Ihnen etwas gefehlt hat, wenn Sie es wieder entdecken? Die Realisation des Verlustes führt sich quasi selber ad absurdum. Das finde ich geradezu perfekt. Wenigstens ganz wunderbar. Logischerweise übte der olfaktorische Flash einen starken Kaufanreiz aus und er mußte sofort in den Einkaufswagen, bekam auch noch ein paar rote Tomaten an die Seite, der noble Herr. Wahrhaft ein Gewürz für Prinzessinen, der alte Schwerenöter. Und jetzt steht er völlig harmlos aussehend in der Küche herum um verströmt seinen betörenden, nach Sonne und Urlaub riechenden, ...

"Halbfranzosen"

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Köln sieht merkwürdig aus, soviel Schnee habe ich hier noch nie erlebt. Nach zwei heftigen Tagen mit intensivem Schneetreiben und vielen Böen schien heute partienweise dat Sönnschen. Also war mal wieder die "Alte Liebe" dran. Waffeln und Kaffee - mit Blick auf das verschneite Rheinufer, so schön. Immer wieder der kleine Urlaub für zwischendurch. An den Tisch setzte sich ein einsamer alter Mann, der sich dorthin irgendwie verirrt hatte. Als ich mich darüber freute, einen Platz mit Domblick ergattert zu haben und wir über Heimatgefühle sprachen - da sind wir ja immer ziemlich schnell - begann er, zu erzählen: Als junger Mann sei er im Arbeitslager gewesen mit zweihundert anderen kölschen Jungs und lauter Sachsen. "Halbfranzosen" habe man sie gerufen, verächtlich. Sie seien eine freche Truppe gewesen, im Rahmen der Möglichkeiten, sie haben auch - ganz organisiert - den Schindern die Stirn geboten. Einem besonders, der sie völlig sinnfrei einen Hügel auf und ab gescheuc...

Cosas simples - reloaded at home

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Einfach gut - so oder so ähnlich erinnere ich eine gesungene Werbebotschaft zum Thema - weiß ich gar nicht mehr. Oft werden mir Produkte angeboten, die extrem luxuriös sind und entsprechend kostspielig. Ja, manchmal lasse ich mich in Versuchung führen, zugegeben. Mitunter jedoch, oft unverhofft finde ich Genüsse, die auch in das eher schmale Budget meiner Kindheit (fast !!!) gepasst hätten. Stellen Sie sich also bitte ein ungesalzenes Roggenbrot vor, welches Sie mit ein wenig allerbestem Olivenöl beträufeln, dann reiben Sie sehr kräftig eine halbierte - quer halbiert ist sehr wichtig - Tomate in das Brot. Dann streuen Sie eine kleine Prise Fleur de Sel darauf und fertig ist "P'amb oli" - Leib und Magengericht aller Mallorquiner. Die Luxusvariante, also die für Prinzessinnen, benötigt ein bißchen Schinken, guter Serrano oder Pata negra und Käse, für mich darf es Manchego sein, muß aber nicht. Zur Dekoration noch ein Stengelchen Meeresfenchel, sofern vorhanden, liebevoll dr...

Pata negra y Lomo con Col

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Tief im Gedächtnis bleiben nach dem Urlaub essentielle Dinge, Essen und Trinken gehören unbedingt dazu, in meinem Fall gern immer dann, wenn gut. Zum Entdecken von Landschaften zählt für mich auch das Entdecken der lokalen Küche, weil Esskultur immer viel über Menschen aussagt. Traditionen sind ein Indiz für Bedürfnisse und Möglichkeiten. Wenn man auf dem Dorf wohnt, wird man träge. Das abendliche Mahl sollte nach Möglichkeit, wenigstens gelegentlich, fußläufig eingenommen werden, damit auch mal ein Weinchen getrunken werden konnte - dem Führerschein zuliebe. So folgten wir der Empfehlung in die Dorfkneipe, ohne jedes Souvenir an vergangene Kneipenbesuche auf Mallorca, ich schwöre. Im Gastroführer hätte die Kneipe die Prädikate "ursprünglich, rustikal, bodenständig" erhalten, sofern sie der Aufnahme in denselben für würdig befunden worden wäre. Ich war schlagartig vierzig Jahre zurückversetzt in meine dörfliche Stammkneipe. Fußball und Qualm als Indikatoren für touristenfreie...

Mallorquinische Momente - Seelenfutter

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Die Regisseure meines Lebens hießen in den letzten Wochen: Stress und Hektik , der Drehbuchschreiber Job und der Regieassistent Schlaflosigkeit mit Vornamen Häufig . Das ließ sich mein Blutdruck nicht ohne deutliches Aufbegehren gefallen, er kam täglich nach oben, um zu gucken, was ich da wohl so mit meinem Leben veranstalte. Ja, mein Lieber, ich habe dich gesehen und Handlungsbedarf erkannt, akuten. Da traf es sich doch sehr gut, dass meine schöne mallorquinische Freundin zu Besuch kam, zwar nur ganz kurz, aber präsent. Wir nutzten die Chance auf einen sehr sonnigen Sommersamstagnachmittag in vollen Zügen (fallweise wörtlich) zur Gänze aus. Ich holte sie am Bahnhof ab und entführte sie in die schönste Stadt der Welt, sie wurde im feindlichen Dorf weiter nördlich geboren, kennt also dat Jefööhl. Bei einem kühlen Glas im italienischen Café mit ausführlicher Betrachtung der aktuellen Mode oder deren kleiner Schwestern waren die Monate, die wir uns nicht gesehen hatten, schneller zusam...

Essen in Hessen

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Was könnte wohl fünf gestandene Menschen dazu veranlassen, sich abends (!!) von Köln nach Wiesbaden zu begeben, um andere gestandene Menschen zu treffen? L'arte de vivere, la dolce vita, mangiare all'italiana, um es kurz zu fassen. Sieht so aus, war sehr gut und, besonders erwähnenswert, extrem nette Menschen drumherum, sehr angeregte Gespräche inklusive Wortschatzerweiterungen, die ich mir aber für später aufhebe, weil sie auch einen besonderen Platz verdienen. Danke für den sehr schönen Abend nach (Rhein)hessen. Danke euch.

Totalausfall - Service in der Mittagspause

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Gaaaaaaanz selten kommt es vor, dass ich mit meiner besten Freundin die Mittagspause verbringen kann. So passiert sehr spontan in Nippes. Bombenwetter, ich hole sie ab, wir können entscheiden, wo wir die knappe Zeit mit Essen (sorry, wir essen) verbringen können. Wir laufen die Neusser Strasse in Richtung Agneskirche und wählen unter ca. zehn Angeboten den "place to stay". Bei der Auswahl spielt eine Tafel mit dem Tagesangebot (geht schnell!!) die entscheidende Rolle. Nun gut, es geht nicht schnell und die Portion ist wahrhaftig winzig. Ganz ehrlich, wir sind erwachsene Frauen, keine Kindergartenkinder. Also, für ein Mittagessen, sogar bei strahlendem Sonnenschein definitiv zu wenig, mehr so für den hohlen Zahn. Ich meine, Salat kostet doch nix, da hätte man doch füllen können........ Das eigentliche Drama beginnt, als ich versuche, einen oder gar zwei Kaffee zu bestellen. Also, zwei Kellner für etwa sieben, vielleicht acht Gäste und all' meine Handzeichen laufen komplett...

La dolce vita

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Italien - Land, wo die Zitronen blühen? Mitnichten. Dennoch war es Goethe, der Umtriebige, der den Reiseboom nach Italien nicht unwesentlich voran getrieben hat, lebte er doch in einer Männer-WG mit seinem Freund Tischbein, das ist der, der ihn so nett längs auf eine Recamière gebttet hat, um ihn zu malen, auf der via del corso. Lebensqualität ist das Stichwort - nun auch in der Krise. Nein, Italien ist nicht verschont geblieben, dennoch hört man niemanden jammern, im Gegenteil, an allen Ecken hört man Musik und hin und wieder Gesang - lauthals und inbrünstig, unglaublich. Und natürlich ist das Essen besser, das Wetter sowieso. Und sie sind nett, die Römer, sausen mit den coolen Sonnenbrillen auf den Vespas durch die Stadt, wie große, leuchtende Hornissen, Licht muß an sein und große Brillen sind Pflicht. Und auch beim Zoll arbeiten Menschen - die wirklich sehr attraktive junge Dame, die das Handgepäck kontrollierte, hat weder den teuren alten Balsamico, noch das Spezialitätenöl konfis...