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Posts mit dem Label "Gefühle" werden angezeigt.

Zu viele Fragen

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Ich hatte Sie gewarnt, wirklich. Einen Re-Start angekündigt für dieses eingeschlafene Projekt. Und, bitte schön, da bin ich. Haben Sie tatsächlich geglaubt, meine Frage, ob ich soll oder nicht, sei etwas anderes als eine rhetorische? Ja, könnte man meinen, Frauen sichern sich ja gerne ab, wenn sie Entscheidungen treffen, sie brauchen den sozialen Kitt und manchmal auch die Zustimmung. Was aber, wenn Sie sich schon wochenlang mit einem Thema auseinandersetzen und den Fragenkatalog nahezu auswendig können? Was, wenn Ihr tiefes Inneres die Antwort schon permanent in Ihr Bewusstsein trötet? Weiter warten? Auf besseres Wetter? Auf nettere Nachbarn? Auf positivere Stimmung? Echt jetzt? Ja, Entscheidungen zu hinterfragen, ist gut. Bis zu einem Punkt, da wollen sie einfach getroffen werden, müssen sie dann wohl auch. Auch von Profi-Prokrastinierern. Und was, wenn die Entscheidung falsch ist? Ja, fifty-fifty stehen die Chancen dafür, am Tag der Entscheidung, danach haben Sie viel in...

Pfützenhüpfen

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Zu Fuß nach hause gehen aus dem Büro - das fiel heute ins Wasser. Ach was, das fiel nicht, das wurde ersäuft. Schüttregen, schwarze Wolken, Temperatursturz um zweistellige Gradzahlen, just zum Feierabend. Wann sonst? Der nette Kollege gibt den Taximann, geduldig den Umweg in Kauf nehmend. Und dann - damit er seinen Termin nicht verpasst, springe ich an der Ecke aus dem Auto "DANKE UND SCHÖNES WOCHENENDE", famous last words. Mein rechter Fuß landet in einem reißenden Bach in der Gosse, macht nix, FlipFlops können das. Rote Ampel, also quer, und? Pfützen, Pfützen, Pfützen!!!! Also? Ich bin die letzten Meter nach Hause gehüpft, Ziel war - na, woran erinnert Sie das - nicht ins Wasser zu treten, sondern auf das Trockene. Was soll ich Ihnen sagen? Weg, der Stress, weg das Büro, weg die schlechte Laune wegen des Regens, weg gehüpft quasi. Die Frau war nass, die Haare kringelten sich fröhlich vor lauter Feuchtigkeit und ein breites, zufriedenes Grinsen guckte mir aus de...

Rauhnächte

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Zwölf Nächte um den Jahreswechsel herum, sechs im alten und sechs im neuen Jahr, sind der Überlieferung zufolge seit vielen Jahrhunderten Orakelnächte. Seit jeher wollten die Menschen wissen, was das kommende Jahr für sie bringen würde. Gute oder schlechte Ernte, Hagel, Blitz und Unwetter, allerlei Aberglauben spielte dabei wahrscheinlich auch eine große Rolle. So gab es Zeichen, die für den jeweiligen Tag einen Bezug zu einem der zwölf Monate herstellen sollten. Und, obwohl wir natürlich wissen, dass das so nicht stimmen kann, haben jetzt die Jahresrückblicke und Jahreshoroskope Konjunktur. Überall - ernsthaft und weniger ernsthaft. Ungünstigstenfalls entstehen jetzt Neujahrsvorsätze. Die sind auch manchmal am 6. Januar, wenn die Rauhnächte vorbei sind, ebenfalls schon Geschichte. Wie kommt jetzt die Prinzessin durch die legendären zwölf Nächte? Ohne Pläne, ohne Vorsätze geht ja irgendwie auch nicht, schließlich soll sich ja etwas ändern. Also heißt es, einen Gesamtplan zu entwickeln ...

Schneeheheeeeeee

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Was gibt es Schöneres, als in der sicheren Gewissheit, dass die Heizung funktioniert und es genügend Tee gibt, hinter dem Balkonfenster zu sitzen und der Stadt beim langsamen Eingeschneitwerden zu zugucken? Momentan kann ich mir nichts vorstellen, obschon ich weiss, dass das schon morgen wieder anders sein kann. Aber jetzt ist es schön. Schöne Momente habe ich für die Adventszeit geplant, viele schöne Momente - da bin ich in diesem Jahr definitiv noch im Soll, also muss ich bis Silvester ausgleichen. Angefangen habe ich damit, etwas Prinzessinnenglitzer in die Wohnung zu stäuben, ein bisschen Advent, Advent und viele Kerzen. Ja, Bücher und tiefschwarze Schokolade auch. Mein wieder entdecktes Stricktalent wird auch noch zum Zuge kommen. Und natürlich viele Freunde treffen, Glühwein, Kakao, Singen, Feiern und Essen, alles noch im Programm. Zweimal Fußball inklusive. So nach und nach werde ich berichten, wie es weiter geht...langsam in jedem Fall, ganz langsam. Oder auch nicht. Mal gucken...

Fortschritt

Und wieder rauscht mein tiefes Leben lauter, als ob es jetzt in breitern Ufern ginge. Immer verwandter werden mir die Dinge und alle Bilder immer angeschauter. Dem Namenlosen fühl ich mich vertrauter: Mit meinen Sinnen, wie mit Vögeln, reiche ich in die windigen Himmel aus der Eiche, und in den abgebrochnen Tag der Teiche sinkt, wie auf Fischen stehend, mein Gefühl. Rainer Maria Rilke, 27.9.1900, Worpswede

Planfeststellungsverfahren

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Schön, schön bürokratisch der Begriff, um den es hier geht. Beschreibt er doch einen sehr komplexen, langjährigen Verwaltungsvorgang. Akut aufgestoßen ist das Vorgehen der politischen Köpfe in Baden-Württemberg, die fünfzehn Jahre lang erfolgreich ein sogenanntes Zukunftsprojekt ausgebrütet haben, welches in Wirklichkeit das geistige Produkt vom Immobilienspekulanten ist. Makaber, wenn man heute feststellen muss, dass das ins Auge gegangen ist. Ein friedlicher Demonstrant hat sein Augenlicht eingebüßt, nein, kein jugendlicher Steinschmeisser. Ein 70-jähriger Rentner wurde das Opfer von Polizeigewalt, entsetzt muss ich das schreiben. Lange an der Regierung zu sein bedeutet nicht, es richtig zu machen. Nein. Persönlich befinde ich mich auch in einem Planfeststellungsverfahren, ich muss nämlich feststellen, ob ich Pläne habe und wie die aussehen könnten. Dafür habe ich mir das restliche Jahr vorgenommen und mich in eine Menge professionelle Hände begeben. Sollten Sie die übliche Leichtigk...

Winds of Change - spring version

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Stürmisch geht es weiter. In dieser Woche gab es eine große Menge Neuigkeiten - gute und leider auch ziemlich schlechte. Heißt was? Meine Strategie der Veränderung beginnt zu wirken und erste Früchte wurden auch sehr gern geerntet, so dass von Langeweile und Müßiggang wirklich keine Rede mehr sein kann. Bis dahin - gut, sehr gut! Dann wiederum passieren mitten in der Woche Dinge, auf die ich gern verzichtet hätte. Aber, mich fragt ja keiner. Oder fast keiner. Das schafft eine völlig neue Situation, die - auf den ersten Blick, nicht schön ist. Auf den zweiten Blick jedoch birgt sie - und daran glaube ich ganz fest - neue Ausgangspositionen. Jedem Ende wohnt ein Anfang inne, heißt es. Muss. Muss unbedingt. Bald. Bitte sehr bald.

Der Frühling hat um die Ecke geguckt....

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Ich möchte gern das Prinzip Hoffnung wiederbeleben. Da hat doch gestern tatsächlich der Frühling neugierig seine Nase in den Kölner Winter gesteckt. Sehr überraschend. Nachdem der Rosenmontagszug noch bei schattigen Temperaturen durch die City rollte, schien am Donnerstag die Sonne, ganz so, als ob sie nicht vergessen hätte, wie Schönwetter geht. Zehn Grad plus und ein strahlend blauner, wolkenloser Himmel - nääh, wie wor dat schön!!!! Sehr überraschend. Wahrscheinlich nützt schreien ja doch. Ich habe einen langen, ausgedehneten Spaziergang gemacht, für Kaffee draussen hat es noch nicht gereicht. Ich hätte meine Sonnenbrille gebraucht. Sehr überraschend. Alle Menschen guckten freundlich und es lag eine große Sehnsucht wie eine Duftwolke über Zollstock. Haben wir nicht bewiesen, lieber Petrus, dass in der Not sogar wir Kölner mit Schnee können? Sehr überraschend. Sei großzügig und schick' noch ein bißchen Sonne, die haben wir uns wirklich verdient. Und, wenn Du kannst, dem FC drei P...

(Ver-) Satzstücke

k d lang hat es so wunderbar vorgetragen - und es passt zu meiner Stimmung: Hallelujah Now I've heard there was a secret chord That David played, and it pleased the Lord But you don't really care for music, do you? It goes like this The fourth, the fifth The minor fall, the major lift The baffled king composing Hallelujah Hallelujah Hallelujah Hallelujah Hallelujah Your faith was strong but you needed proof You saw her bathing on the roof Her beauty and the moonlight overthrew you She tied you To a kitchen chair She broke your throne, and she cut your hair And from your lips she drew the Hallelujah Hallelujah, Hallelujah Hallelujah, Hallelujah You say I took the name in vain I don't even know the name But if I did, well really, what's it to you? There's a blaze of light In every word It doesn't matter which you heard The holy or the broken Hallelujah Hallelujah, Hallelujah Hallelujah, Hallelujah I did my best, it wasn't much I couldn't feel, so I tried t...

Hätte, könnte, wollte - Bilanztage

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So, noch eine Woche und dieses Jahr nähert sich seinem verdienten Ende. Wird auch Zeit. Was soll ich Ihnen sagen, das war wahrhaftig kein sehr schönes Jahr. Sich trennen von Teilen der eigenen Haltung ist die schwierigste aller denkbaren Übungen und ich habe diese Übung noch nicht beendet. Die Überprüfung der eigenen Strategie mit dem Ergebnis, dass sie teilweise fehlerhaft war, macht nicht glücklich. Das einzig Gute daran ist, dass der Mensch aus Fehlern lernen kann - gilt nicht für alle - und ich hoffe darauf, dass mir das, wie schon früher, gelingt. Menschen habe ich getroffen, solche, die nicht gut für mich waren, auch das wie jedes Jahr - und weil ich klüger geworden bin, dauert es länger, hinter die Fassaden zu blicken. Sie finden das widersinnig? Nööö. Ist es nicht. Wetten, Sie kommen drauf??? Die anderen sind geblieben. Handlungsalternativen für die Zukunft zu entwickeln, das ist die Aufgabe - und weiterhin dem Bauchgefühl vertrauen, nicht dem Kopf, das ist die Richtschnur. Und...

My royal cover

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Heute ist Prinzessinnen-Geschenketag. Damit ich nicht frieren muß, weil das Leben manchmal so kalt ist, und weil meine favorisierte Kuscheldecke in die Jahre gekommen ist, gab es heute eine neue. Aus allerfeinster Merinowolle, die nur ein gaaaanz winziges bißchen kratzig ist - in einer echten Prinzessinnen-Farbgebung. Hilft gegen alle Arten von Bäh!!! (Hoffe ich....) Zum Verkriechen, zum Schmökern, zum Fernsehen, zum Lieblingspralinengenießen (wurden praktischerweise direkt mitgeliefert) - also für Dinge, die ich gerne tue. Jetzt kann der blöde Winter gerne kommen, passende Kerzen hätte ich schon da!!!!

Katzentage in Son Sardina

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Wahrscheinlich liegt es nicht an den Sardellen im Dorfwappen von Son Sardina, dass wir den Urlaub auf Mallorca mit soviel Katzen verbracht haben. Als Vorbild für Lebensart eignen sie sich allemal. Da wäre zunächst die Königin Paula, uneingeschränkte Herrschin über Land, Menschen und die anderen Katzen, deren Raumhoheit unübersehbar war und die sich selber gar nicht und nie in Frage stellt. Lernaufgabe!!! Paula, die feste Plätze im Haus besitzt, die am liebsten fließendes Wasser am Bidet (!!!) trinkt und die Streicheleinheiten bei Bedarf, also oft, lautstark einfordert, das sollte frau sich auch mal trauen, ganz ehrlich. Einige Hierarchiestufen darunter die Kater Emilio, Abdullah, Paul und sehr gewitzt und mit Sonderrechten ausgestattet, Roberto, das adoptierte Kind. Geduldet - Emma gelegentlicher Nachtgast mit Aufenthaltsrecht im Haus. Beim Beobachten der Katzen auf der Terrasse kann man zusehends entspannen und lernen, was wirklich wichtig ist im Leben: immer in der Sonne liegen, für ...

Kleinmädchenherbsterinnerung

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Mit roten Backen lachten sie mich an und wollten unbedingt mit nach Hause. Na gut, dachte ich, dann kommt mal in den Einkaufskorb. Ein alte Sorte, wie früher, diese Äpfel. Klassisch schön, knackig frisch, glänzend, duftend, natürlich biologisch. Zuhause erhielten sie begrenztes Aufenthaltsrecht in der Küche und heute, heute wurden sie ihrer Bestimmung zugeführt. Sie wurden zu Apfelkompott gekocht. Mit einer Zitrone, einer bildschönen Ceylon-Zimtstange und etwas Sternanis durften sie ihre Konsistenz von knackig in musig verändern. Zum Dank haben sie die Wohnung unnachahmlich beduftet: Mit geschlossenen Augen war ich fünf Jahre alt, meine Oma stand, ein bißchen aufgelöst in der Küche, Dutzende von Weckgläsern, Deckel und Gummiringe akribisch vor sich aufgereiht, der Dutt ein bißchen aufgelöst, die widerspenstigen Strähnen mußten mit dem Unterarm gelegentlich aus dem Gesicht gestrichen werden, die Hände wurden ja gebraucht. Rühren, rühren, rühren, damit bloß nichts anbrennt. Kiloweise wur...

Glückspunktegeometrie

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Grob zusammengefasst ist mein persönliches Glücksempfinden ein gleichschenkliges Dreieck: zu identischen Teilen Sinnvolles, Liebevolles und Lustvolles. In der Theorie. In der Praxis balanciert dieses harmonische Gebilde mitunter auf einer dicken Kugel, die auf einer völlig unebenen Fläche herumkapriolt. Da muss ich gelegentlich nachhelfen. Was, zugegeben, nicht ganz einfach ist. Und, tatsächlich, tageweise auch nicht gelingt, nicht wirklich, bei aller Mühe. Intelligenz ist keine Lösung für aus der Balance geratene Glückskonstrukte, glauben Sie mir. Freunde helfen, blauer Himmel - Sonnenschein, nicht schlecht. Echte Begegnungen - jenseits der Algebra - sind richtig gut. Mit zu den besten Boostern gehört, wenn mein Lieblingsfussballverein mir, selbst nach einem zähen Spiel, drei Glückspunkte schenkt. Aufatmen und dann die drei Punkte sorgfältig auf die drei Spitzen des Dreiecks tupfen - dann geht's wieder für eine Weile. Danke. Danke. Danke.

Einheitssuppe und menschliche Vielfalt

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Dass ich Suppe liebe, habe ich wahrscheinlich schon mal an anderer Stelle geschrieben, wenn nicht, dann jetzt und hier: ICH LIEBE SUPPE. Der Tag der Deutschen Einheit ist vielleicht nicht der populärste Feiertag bei uns, wenn er dann noch auf einen Samstag fällt, braucht es nach knapp zwanzig Jahren schon Radiosender, die Dich öffentlich darauf aufmerksam machen, dass Du am nächsten Tag nicht einkaufen kannst. Oder so. Ich hatte sowohl eingekauft als auch eine Einladung für den besagten Feiertag zu einer Freundin, die unüberhörbar aus Sachsen stammt. Für die Gäste stand ein wunderbar großer, randvoller Suppentopf mit köstlich duftender Soljanka auf dem Herd. Wenn es ein Gericht auf der Welt gibt, dass "DDR" schreit, dann ist es sicher Soljanka, die es aus mir völlig unbekannten Gründen bis heute nicht geschafft hat, in die Hitliste der deutschen Lieblingseintöpfe aufzusteigen. Da fanden sich nun diverse Menschen aus diversen Provinzen und Provenienzen rund um diese Suppe ein ...

Mallorquinische Momente - Seelenfutter

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Die Regisseure meines Lebens hießen in den letzten Wochen: Stress und Hektik , der Drehbuchschreiber Job und der Regieassistent Schlaflosigkeit mit Vornamen Häufig . Das ließ sich mein Blutdruck nicht ohne deutliches Aufbegehren gefallen, er kam täglich nach oben, um zu gucken, was ich da wohl so mit meinem Leben veranstalte. Ja, mein Lieber, ich habe dich gesehen und Handlungsbedarf erkannt, akuten. Da traf es sich doch sehr gut, dass meine schöne mallorquinische Freundin zu Besuch kam, zwar nur ganz kurz, aber präsent. Wir nutzten die Chance auf einen sehr sonnigen Sommersamstagnachmittag in vollen Zügen (fallweise wörtlich) zur Gänze aus. Ich holte sie am Bahnhof ab und entführte sie in die schönste Stadt der Welt, sie wurde im feindlichen Dorf weiter nördlich geboren, kennt also dat Jefööhl. Bei einem kühlen Glas im italienischen Café mit ausführlicher Betrachtung der aktuellen Mode oder deren kleiner Schwestern waren die Monate, die wir uns nicht gesehen hatten, schneller zusam...

Zellteilung in slow motion

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Hundstage in Köln sind wegen der geographischen Besonderheit der Kölner Bucht besonders hundig. Die Luft steht, du siehst dem Schweiss fremder Menschen unablässig beim Verdunsten zu und fragst Dich, wie es denn nur sooo warm sein kann. Von jetzt auf gleich. Tropisch. Hitze verlangsamt viele Prozesse im Alltag. Ich fühle, wie mein Gehirn Schnelligkeit und Kapazität einbüßt, während ich mit kontinuierlicher Feuchtigkeitszufuhr befasst bin. Um energiesparend zu agieren, werden die täglichen Gänge auf ein erforderliches Minimum reduziert, bei gleichzeitigem lautstarken Lamentieren über "diese Hitze", was aber nicht hilft. Nie. Zufällig zwei Dates in der Stadt, gewünscht an zentraler Stelle, also nach Möglichkeit mit Blick auf den Dom. Dann sitzt Du da im Café und stellst in einem akuten Augenblick kristallklarer Aufmerksamkeit fest, dass Du von hier den allerschönsten Blick auf den Dom hast. Unbedingt. Die komplett verlangsamte Reaktion deiner Hirnökonomie gewährt Dir diese Gewis...

Heiraten in fünf Tagen, Teil 4

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Beim Tanzen war ich stehen geblieben? Kann man doch gar nicht - ich meine, beim Tanzen stehenbleiben. Also - das Brautpaar eröffnet den Tanz - ansatzlos sozusagen tanzen sie sich auf die Bühne mit sehr walzerähnlichen Schritten, eine Weile alleine, dann, wie auf ein unsichtbares Signal, gesellen sich die Gäste nach und nach dazu, alle und alle durcheinander, vorerst noch pärchentanzend. Das ändert sich bald. Die Band mit der dicken Sängerin, deren Kleid durchaus länger hätte sein dürfen, wechselt von klassisch westeuropäisch bald nach türkisch - gute Entscheidung, die Instrumente passen viel besser. In der Ägäis-Region gibt es einen Reihentanz - "Ege", der ursprünglich nur von den Männern getanzt wurde, inzwischen aber demokratisiert ist, sprich: er ist für alle. Auf den ersten Blick ähnelt er dem Sirtaki, obwohl - ohne Bouzouki, stattdessen mit Sas, geht er sofort in die Beine - alles tippt und wippt - auch, was nicht auf der Bühne tanzt. Dann kommt die Torte - sehr feierlic...

(Ver-) Satzstücke

Odi et amo. Quare id faciam, fortasse requiris. Nescio, sed fieri sentio et excrucior. Ich hasse und ich liebe. Warum ich das tue, fragst Du vielleicht. Ich weiß es nicht; aber dass es so ist, das fühle ich, und es reisst mich entzwei. Gajus Valerius Catull, (87 - 54 v. Chr.)

Pure Leidenschaft - ce n'est rien d'autre!!!

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Akkordeon bedient viele schöne Klischees - Volksmusik, Schützenverein, Brauchtum - es hat nicht zwingend den Ruf, leidenschaftlich, ja richtig sexy zu sein. Nahezu jeder Werbespot für französischen Käse läuft über ein bißchen Musette hinweg. Ganz klar, es ist ein Arme-Leute-Ding, das Schifferklavier. Generationen von Faltenrock- und Lederhosenträgerkindern wurden damit gequält. Das Image wurde durch das Dasein als Kneipen- und Circusinstrument wahrhaftig nicht seriöser. Bis sie darauf spielt: Lydie Auvray - die Königin des Akkordeons. Geboren in der Normandie, kam sie 1974 nach Köln, um besser Deutsch zu lernen. Sie wohnte, wie ich, in der Südstadt. Ich hab sie damals zum ersten Mal erlebt und war vom dem Moment an begeistert. Vom quäkigen Halbton bis hin zum vollen Akkord mit orchstralem Volumen entlockt sie dem unhandlichen Gerät unter höchstem körperlichen Einsatz ein ganze Weltreise durch Emotionland. Für mich ist das Gute-Laune-Musik, Urlaubsmusik, Erotik pur, kurz, es ist die rei...